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Freizeitaktivitäten in der Ausbildung


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Freizeitaktivitäten


Nicht nur die Musikausbildung, sondern auch eine gemeinsame aktive Freizeitgestaltung gehören für uns zum Programm, das wir unseren Nachwuchsmusikern bieten möchten. Im Vordergrund steht also die Gemeinschaft.

Wir möchten hier - als Beispiel - einen Ausflugsbericht von Caroline Hoffmann präsentieren. Der Bericht ist etwas länger ausgefallen, doch er zeigt, wieviel Spaß uns die Jugendarbeit macht...


Ausflug zum Holiday-Park Hassloch
Bericht von Caroline Hoffmann

Direkt vorneweg muss ich mich selbst loben und dir sagen, dass ich mich auf alle Bahnen getraut habe, sogar auf den Free Fall Tower und die Ge Force-Achterbahn. Und das sind wohl so ziemlich die schlimmsten Geräte im ganzen Park. Auf die Ge-Force, die mit bis zu 4,5-facher Erdanziehungskraft ihre Drehungen (und Loopings?) vollführt, bin ich allerdings nur einmal. Mir persönlich fehlten Stützen im Nackenbereich. Ich bin froh, dass ich drauf war, aber einmal am Tag hat wirklich gereicht. Angesichts solcher Bahnen merkt man, dass man älter wird.

Waren wir in Kindertagen stolz darauf, uns auf eine Achterbahn getraut zu haben, scheinen und gelten diese heute als klein und fast nicht mehr der Rede wert. Um auf seinen eigenen Mut stolz sein zu dürfen, muss man sich heutzutage auf die Ge Force trauen. Dabei machen diese Geschwindigkeiten dem Körper sichtlich zu schaffen. Das hat man gesehen, wenn man sich die Leute angeschaut hat, die aus dem Ausgang der Ge Force kamen: Ein wenig bleich um die Nase waren sie schon, und das kam nicht vom obligatorischen Schreien.

Anders beim Free Fall Tower. Wer da unten ankam, hatte meist ein breites Grinsen um die Lippen. Es ist auch einfach ein tolles Gefühl: Das Hochfahren (70m oder so) allein ist schon klasse. Erst recht schnell, dann ganz langsam wirst du nach oben gefahren. Spätestens hier beginnt dein Puls schneller zu schlagen. Du weißt, gleich bist du oben, aber der Weg scheint nicht zu enden. Doch dann endlich, du siehst den Fotoapparat, spürst dein Herz wie wild klopfen...

Dann der Blitz, ein Klick und du fällst. Du wirst aus deinem Stuhl nach oben in den Schutzgürtel gedrückt, hebst regelrecht mit dem Hintern vom Sitz ab, schreist in voller Lautstärke bereits seit dem Blitz. Doch es ist toll. Du fällst und weißt, dass du gehalten wirst. Es kann nichts passieren (Das hatte ich zumindest inständig den ganzen Tag gehofft). Und nach 2 Sekunden ist auch schon wieder alles vorbei. Die Bahnen bremsen ab und du bist wieder unten. Ein wunderbares Gefühl. Diese Entspannung nach der totalen Verkrampfung. Du weißt genau, du fällst erst, wenn der Apparat kommt und trotzdem hast du das Gefühl, das Gerät fällt, bevor du ganz oben bist. Für mich war das der eigentliche Kick. Das kannst du alles nicht verstehen, oder? Mir gefällt daran einfach, dass du selbst auf den einfachen, langsamen Karussells deinen Körper spürst, mal mehr, mal weniger, aber er ist da. Sicher, dieses Gefühl hast du auch beim Laufen, Radfahren, Fußball, bei was auch immer, aber es ist ein anderes Körpergefühl. Hier gibt es einfach diesen Nervenkitzel, nicht Herr über sich selbst, sondern voll und ganz der Technik ausgeliefert zu sein.

Ich bin überzeugt, dass einzelne Bahnen selbst dir gefallen würden. Du könntest ja mit der Tour de Fleurs beginnen, so wie wir. In kleinen Wagen geht’s gemütlich durch einen Teil des Parks, der besonders schön mit -teils vertrockneten- Blumen und anderen Pflanzen geschmückt ist. Ganz nett ist auch der City Jet, das altbekannte Flieger-Karussell für Kinder. Auf das waren wir auch mit unserer inzwischen fünfköpfigen Gruppe (Vier Betreuer für einen Minderjährigen). Anfangs waren wir mehrere, aber die haben wir ab dieser Station nicht mehr wiedergefunden. Mit dem City Jet kann man jedenfalls seine Höhentauglichkeit für den Anfang ganz gut testen, vorausgesetzt natürlich, man kommt nach oben. Christoph und Bernd sind nämlich nicht sehr weit in den Himmel gestiegen. Sie hatten wohl Probleme mit der Druckluft. Neben den Fliegern gab´s einen Süßwarenstand mit diesen pappsüßen Äpfeln unter Schoko- oder Vanilleglasur.

Ob wir Bernd dort verloren haben, weiß ich nicht, aber irgendwo zwischen Fliegern und Teufelsfässern ist er uns abhanden gekommen. Sodass wir nur noch drei Betreuer für den "kleinen" David waren. Ein harter Job, den wir mit Bravour gemeistert haben: Es wurde ihm nämlich nicht schlecht. Auch nicht bei den Teufelsfässern. In die wärst selbst du bei dieser Hitze gestiegen: Mit mehreren in einem Fass fährst du nicht zu schnell, aber wild durchs Wasser (daher der Name Wildwasserbahn). Und du wirst deutlich nasser als auf dem Donnerfluss, der so ähnlich abläuft. Die Teufelsfässer bieten außerdem mehr fürs Auge. In Höhlen sind kleine Szenen dargestellt, vor denen man sich dreht, um dann rückwärts weiter zu fahren. Denn auch die Hintermänner sollen nass werden. Da hilft dann auch der in Regenjacke verpackte Frontmann nicht mehr. So sind wir dann etwas „angenässt“ (Nein, wir hatten kein feuchtes Höschen wie Jenny, von der ich dir später mehr erzählen werde) zu den Spinning Barrels, um uns wie in einer Salatschleuder trocken schleudern zu lassen. Ein bisschen hat´s auch funktioniert, aber so richtig trocken wurden Stephans Füße wohl erst beim zweiten und dritten Free Fall Tower Besuch.

Dann gab´s da noch Bernd, den Kinderschreck. Eigentlich sollte er Clown sein, aber seine „Scherze“ haben die Kleinen nicht verstanden. Nur die Erwachsenen lachten darüber. Aber auch nicht alle; ich – und ich war nicht die einzige - fand ihn nach sehr kurzer Zeit nervig und regelrecht gefährlich für die Kleinen. Der selbst ernannte Clown schrie die Kinder teilweise in einer Lautstärke und einem Tonfall an, bei dem es selbst mir verging. Und du weißt, ich bin in dieser Beziehung nicht zimperlich.Aber es war ja alles nur Spaß, wie er entschuldigend immer hinzufügte. Alles nur Spaß! Ob Herkules, der stärkste Mann der Welt viel Spaß unter seiner 60kg schweren Eisenplatte hatte, weiß ich nicht. Diese Platte wurde ihm auf den Brustkorb gelegt und dann wurde mit einem schweren Hammer draufgeschlagen. Anschließend hob er mit nur einem Arm verschiedene, massive Eisenkörper hoch.

Zum krönenden Abschluss seiner Schau fuhr ihm jemand mit einem Geländewagen über eine Rampe auf dem Brustkorb. Da war Herkules platt und die Schau zu Ende.Die Wassershow hatte sich meine Gruppe nicht angeschaut. Aber sie muss sehr gut gewesen sein. Alines Daniel war ganz begeistert von dem Film, den sie zum Vorspielen an eine Regenwand geworfen hatten. Du weißt hoffentlich, was ich meine.Ach ja, das mit dem platten Herkules war nur Spaß. Er hat´s gut überstanden.So wie auch Jenny aus Bruchsal den Clown Bernd überstanden hat. Jenny musste zu ihm auf die Bühne und wurde richtig fertig gemacht. Zum Trost hatten wir sie dann später als ganzer Fanclub über Meter hinweg begrüßt und ihr zugewunken. Allerdings brauchte Jenny aus Bruchsal einige Zeit, bis sie wusste, was wir wollten.

Während Jenny für einen kurzen Moment nur an uns zweifelte, erklärten uns unsere Mitfahrer in der Schiffschaukel sicherlich für nahezu durchgedreht. Schließlich waren wir die einzigen, die bei diesem leichten Schaukeln so laut schreien mussten. Aber wenn wir doch nun mal so empfindlich sind!?! Immerhin haben wir in der Burg Falkenstein nicht geschrieen. Und da gab es schon böse Stellen, zum Beispiel die, bei der ein Gefangener ständig mit einem Hammer auf die Hand geschlagen bekommt; oder die, bei der ein Mann der Frau ins Oberteil greifen will, oder die Frau, die das Bettuch fast von ihrem nackten Körper fallen lässt, oder die Männer, die aus einem Gitter in der Erde nach Essen greifen, es aber nicht zu fassen kriegen, oder der Drache...

Mir ist nicht zu Ohren gekommen, dass sich jemand die Heimtiershow angeschaut hat, aber, wenn die Tiere so schnell gearbeitet haben, wie der Mann an der Essensbude gegenüber, dann war die Show sicher der richtige Ort für einen Mittagsschlaf. Der Mann an der Bude brauchte jedenfalls ziemlich lange, um sieben hungrige Mäuler zu stopfen. So lange, dass ich, die ich mich verbotenerweise aus dem Rucksack ernährte, mich mit Stephan, der als Erster von der Bude zurückkam, auf den Weg zum Superwirbel machte. Superwirbel, eine der Achterbahnen, vor denen wir früher staunend standen. Schön gemütlich im Vergleich zu den schnellen.

Als wir von dort zurückkamen – und wir waren eine ganze Zeit lang weg - war Anne immer noch beim Essen. Oder hatte sie etwa zwei Portionen? Wie auch immer, das Essen dauerte seine Zeit. Welche Attraktionen gab es denn noch? Ach ja, den Bounty Tower, viele kleine Schiffe, die sich in einigen Metern Höhe drehten und etwas schaukelten. Dann gab es noch den Balloon Race und den Tanzenden Pavillon. Auf diese beiden Bahnen konnten wir leider nicht mehr, denn es wurde Zeit für die Rückfahrt. Und wie abgesprochen trafen wir am Ausgang auf den Rest der Truppe, sodass zu meiner Überraschung alle pünktlich am Bus waren, genauso wie morgens. Aber was soll man bei der Disziplin im Musikverein eigentlich auch Anderes erwarten? Während die Mitfahrer auf der Hinfahrt von uns UNO-Spielern unterhalten wurden (Bernd kennt erstaunlich viele Regeln), konnten wir auf der Heimfahrt den Klängen von Pia und Thomas lauschen, die tiefgründige Lieder mitsangen.

Unterdessen erzählte Christoph, dass wir Musiker uns für diesen Tag eigentlich nur den Eftern Messdienern angeschlossen hätten. Doch als diese in Eft ausstiegen, habe ich mich wirklich gefragt, ob die nicht billiger mit einem einzigen Privat-PKW nach Hassloch gefahren wären. Aber ich bin froh, dass sie es nicht getan haben, denn dann wäre mir ein schöner Tag entgangen, zusammen mit einer Woche Vorfreude und vielen kleineren und größeren Begebenheiten, an die ich mich noch oft erinnern werde.

 

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